Das Korsett | mehr als nur ein Kleidungsstück

Korsett auf der Treppe

In Love – Korsett auf der Treppe

Im Bereich der Dessous nimmt das Korsett wie auch die Corsagen und Mieder eine ganz besondere Stellung ein. Heute wird ein modernes Korsett nicht unbedingt nur als Unterkleidung getragen, sondern auch offensichtlich und mit Stil präsentiert. Wie entwickelte sich dieses eng anliegende Kleidungsstück und zu welchem Zweck wurde es Erfunden? Macht ein Korsett wirklich schlanker und wie gesund ist es beim tragen? Viele Fragen, die hier beantwortet werden sollen, umgeben das Korsett mit einem spannenden Mytos und vielen Geschichten zum geschnürten Figur macher.

Inhaltsverzeichnis zum Korsett:

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Die Geschichte – Das Korsett

Die Renaissance – Das Korsett im 16. Jahrhundert

Korsett - Cottelli Collection PartyDie Betonung der Taille aus ästhetischen Gründen gab es schon in Kulturen vor der Zeitenwende, wie etwa in der minoischen und der griechischen.
Erste Vorläufer des Korsetts lassen sich aber erst in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Form versteifter Mieder nachweisen. Vor 1562 sind Nachweise eher hypothetischer Natur. Die auf Gemälden dargestellten Kleider ab ca. 1530 aber wären ohne Korsett so gar nicht möglich gewesen. Für die flachgedrückte Brust und die Formung des kegelförmigen Oberkörpers bedurfte es eines starren Instrumentes.
Das älteste erhaltene und mit Rohr versteifte Exemplar wurde im dem Grab der Eleanora di Toledo gefunden, welche im Jahr1562 verstarb und mit dieser Grabbeigabe beigesetzt wurde.
Getragen wurde das Korsett nur zu besonderen Anlässen und war der Oberschicht vorbehalten. Diese war nämlich die einzige, die sich ein so aufwändig hergestelltes und damit teures Kleidungsstück überhaupt leisten konnte.
Gefertigt wurden die Korsetts dieser Zeit aus fein gewebten und gefärbten Stoffen. In der Form ähnelten diese Korsetts noch nicht so stark den heute bekannten. Sie drückten die Brust platt, was zu damaligen Zeit als vornehm und schick galt. Zudem war die Taillenformung nicht so extrem eng. Die Taillenbetonung ergab sich aus den extrem weiten Reifröcken, die in der Regel dazu getragen. Das Korsett selbst war in der Grundform eher kegelförmig und ließ nur sehr wenig Bewegungsfreiraum zu.
Versteift wurden die Schnürbrüste, wie man sie auch nannte, mit Fischbein. Dieses Material blieb bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts dominierend.

Das Barock – Das Korsett im 17. Jahrhundert

Im Barock wurde das Korsett etwas niedriger. Durch Auswölbungen bekam die Brust mehr Raum und wurde jetzt stolz präsentiert. Die Taille schnürte man jetzt schon enger, die konische Grundform blieb aber noch erhalten.
Sehr viel Wert wurde in dieser Epoche auf die Gestaltung der Vorderseite gelegt. Daher wurde diese mit einem Holz- oder Metallstab zusätzlich verstärkt. Zu dieser Zeit konnte die Versteifung noch aus dem Korsett herausgezogen werden, was im Falle eines üppigen Mals durchaus praktisch sein konnte. Diese Versteifung nannte man im Deutschen Blankscheit, abgeleitet von der französischen Bezeichnung „planchette“.
Bei der Form der Korsettschnürung entwickelten sich langsam länderspezifische Formen. Während das englische Korsett in der Regel auch hinten geschnürt wurde, war es meist längst nicht so eng gezogen wie seine französische Schwester, die oft noch an der Vorderseite eine zusätzliche Schnürung für eine noch engere Taille aufwies.
Diese Formen hielten sich mit geringen Veränderungen bis zur Französischen Revolution.

Das Rokoko – Das Korsett im 18. Jahrhunder

Im Rokoko werden die Korsetts genau wie die Mode insgesamt verspielter und betonen stärker die weiblichen Rundungen. Die gerade Frontpartie verschwand. Man versteifte die Korsetts aber weiterhin meist mit dünnen Fischbeinstäbchen in oftmals sehr großer Anzahl. Die Korsetts avancierten zum teuren Meisterwerk.
Doch tauchten auch im einfachen Volk erste Korsetts auf, die jedoch eher den Charakter leichter Schnürmieder hatten und keine nennenswerte Versteifung besaßen. Zudem hatte das „Volkskorsett“ eine Frontschnürung, da Frauen aus dem einfachen Volk beim Ankleiden nicht auf die Hilfe eine Zofe hoffen konnten, wie vornehme Damen, deren Korsetts im Rücken geschnürt wurden.

Die Empirezeit – Das Korsett Ende 18./Anfang 19. Jahrhundert

Durch die Französische Revolution geriet das Korsett als Symbol des dekadenten Adels in Misskredit, war es doch in diesen Kreisen am weitesten verbreitet. So verschwand es für einige Zeit aus Frankreich.
In England nahm es dagegen eine ganz andere Entwicklung. Dort begannen auch Männer, Korsett tragen, um die Schultern durch eine schmale Taille noch breiter wirken zu lassen. Das Herrenkorsett als kurzes Taillenkorsett gibt es bis heute.

Das Korsett im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert kam das Korsett dann wieder überall in Mode. Neben der Biedermeiermode des Volkes entwickelte sich bei Adel und Geldadel eine Mode, die stark an die des Rokoko erinnerte.
Auch die industrielle Revolution nahm Einfluss auf das Korsett. Es wurden neue Schließmechanismen entwickelt und Metallösen machten das aufwendige Umnähen jedes Loches für die Schnürung überflüssig. Im Laufe des Jahrhunderts bekam Fischbein von Korsettstäben aus Federstahl, Stahlspiralen und Horn Konkurrenz. Zudem konnten die ersten Nähmaschinen zur Herstellung verwendet werden. Durch die Maschinen, Erfindungen und die Zeitersparnis bei der Herstellung war es den Korsettmachern jetzt möglich, die Schnürmieder kostengünstig in größeren Mengen zu fertigen. Dadurch sank der Preis und fast jeder konnte sich das Kleidungsstück jetzt leisten. Durch die sprunghaft ansteigende Nachfrage gab es zu dieser Zeit alleine im Stuttgarter Raum über 5000 Korsettmacher.
Das Korsett wurde zum Symbol für Ehrbarkeit und Hochachtung und ein fester Bestandteil einer jeden gesellschaftlichen Veranstaltung.
Ab etwa 1840 war das Tragen eines Korsetts für eine feine Dame wieder unabdingbar.
Ab demselben Jahr bis etwa 1870 entwickelte sich die Sanduhrform des Korsetts, die heute noch als klassische Korsettform gilt. Sie zeichnet sich durch eine relativ große Ober- und Hüftweite aus, wohingegen die Taille möglichst schmal gehalten wird. In den folgenden 15 Jahren wird das Mieder nach unten hin länger und  formte nun auch Hüfte und Bauch. Die unschönen Bauchröllchen, die kurze Korsetts nach sich zogen, waren Geschichte. In 1890ern trieb die Mode die Wespentaille auf die Spitze

Das Korsett im 20. Jahrhundert

Gegen 1900 erschien eine neue Korsettform: Das S-Korsett. Es drückt Brust heraus und den Bauch rein. Lange halten konnte es sich in der Mode jedoch nicht und wurde schon um 1910 durch das Unterbrustkorsett abgelöst. Aber schon 3 Jahre später kamen Korsetts im Zuge der stärker werdenden Frauenbewegung und der sprunghaft zunehmender Berufstätigkeit von Frauen, aufgrund des Ersten Weltkriegs vollends aus der Mode und verschwanden für eine ganze Weile in der Versenkung. Wiederentdeckt wurde es erst in den 80er Jahren von der Gothic Subkultur wieder entdeckt, wo Frauen sich gern in Korsett zeigen. Auch im Rotlichtmilieu werden gerne Korsetts getragen.
Seit den 1990er Jahren wird Korsett durch Vorbilder aus Musik- und Modeszene wieder mehr und mehr salonfähig. Ikonen wie Madonna leben es vor und zeigen sich öffentlich im weiblichsten aller Kleidungsstücke…

Materialien von Korsetts

Cottelli KorsettWährend der Unterstoff eines guten Korsetts immer ein einfacher, sehr stabiler und  zugfester Stoff ist, gibt es beim Obermaterial eine reiche Auswahl. Die Spanne reicht hier von Satin, Seide und Samt über Kunstleder und Jeansstoff bis hin zu Fetischmaterialien wie Lack und echtes Leder. Auch edle Gewebe wie Brokat und Jaquard werden bei hochwertigen Korsetts gern verwendet.
Für die Versteifung des Korsetts wurde sehr lange Zeit Fischbein von Walen verwendet. Heute gibt es dagegen eine ganze Reihe verschiedener Möglichkeiten, das Korsett zu versteifen. Eine Möglichkeit stellt der aus rostfreiem Stahl hergesellter Federbandstahl dar. Diese Variante ist nur nach einer Seite flexibel und eignet sich somit für die stärkere Figurformung. Flexibler sind Spiralfedern aus Edelstahldraht. Auch Kunststoffstäbe werden oft verwendet. Sie halten jedoch einer starken Taillenreduzierung nicht immer stand und brechen. Damit eignen sie sich eher für seriengefertigte, nur leicht formende Korsetts, die die Taille nicht zu stark herausarbeiten.

Korsettformen

Enges Leder KorsettKorsetts gibt es nicht nur aus den unterschiedlichsten Materialien, sondern auch in den unterschiedlichsten Formen.
Die kleinsten Korsetts sind miedergürtelartige Formen. Sie liegen lediglich auf den Weichteilen der Taille auf und berühren die Rippen nur marginal oder gar nicht. Dadurch lassen sie sich extrem einschnüren, ohne dass die Trägerin den Komfort freier Atmung einbüßt.
Nur wenig höher ist das Taillenkorsett. Es liegt auf den unteren Rippen und am oberen Rand des  Beckenkammes an. Je nach Variante wird die Taille mit dieser Korsettform mehr oder minder stark herausgearbeitet. Auch die meisten Herrenkorsetts falls in diese Kategorie.
Noch höher reicht das Unterbrustkorsett. Diese Korsettform hat meist Aussparungen für die Brust der Trägerin und liegt somit direkt darunter an. Einige Formen sind auch einfach gerade geschnitten. Nach unten haben Unterbrustkorsetts unterschiedliche Längen und liegen daher mehr oder minder weit auf dem Beckenkamm.
Das Halbbrustkorsett bedeckt, wie der Name schon sagt, die halbe Brust der Trägerin. Teilweise sind halbe Körbchen mit eingearbeitet. Nach unten kann es wie die anderen Varianten stark unterschiedliche Längen haben. Manche Exemplare sitzen kaum auf dem Rand des Beckenkamms auf, andere bedecken ihn komplett.
Die längste Form ist das Vollbrustkorsett oder Überbrustkorsett. Im Gegensatz zu den anderen Varianten kann es auch als alleiniges Oberteil getragen werden, denn es bedeckt den gesamten Oberkörper der Trägerin. Je nach Form des Korsetts und Enge der Schnürung können beim Halb- und beim Vollbrustkorsett Atmung und Bewegung unterschiedlich stark eingeschränkt sein.
Bei allen Formen hängt die Art und Stärke der Formung vom Schnitt des Korsetts ab. Es gibt Varianten, die die Taille sehr stark formen, während andere dies kaum tun.
Eine besondere, bekannte Form des Korsetts ist die Sanduhrform. Sie zeichnet sich durch ausladende Formen für Oberweite und Becken und eine extrem schmale Taille aus.
Im 18. und 19. Jahrhundert war es zudem auch Mode, dass Männer häufig Korsetts trugen. Sinn des Männerkorsetts ist nicht nur die Taillenreduktion, sondern die aufrechte Haltung des Mannes und die Formung der Figur zum typisch männlichen V. Dieses wurde erzeugt, indem die Taille leicht reduziert und dem Körper nach oben mehr Raum zur Entfaltung gegeben wurde.

Die Schnürung

Wie bekomme ich das Korsett richtig zu? „Ziehen“, werden Sie vielleicht sagen. Aber mit „einfach nur ziehen“ ist es beim Korsett nicht getan. Hi erbei gibt es einiges zu beachten.

Die Korsettschnürung

Das Korsett unterscheidet sich in der Art und Weise der Schnürung von einer Corsage, da letztere nicht an der Schnürung gezogen wird.
Beim echten Korsett wird die Schnur oben eingefädelt und unter ständigem Kreuzen nach unten geführt. Auf Höhe der Taille wird eine Überkreuzung ausgespart, stattdessen werden die Schnüre direkt ein Loch tiefer auf derselben Seite wieder eingefädelt, so dass zwei Schlaufen entstehen, an denen das Korsett später gezogen werden kann. Nach den Schlaufen werden die Schnüre bis zum unteren Ende kreuzweise weitergeführt. Am unteren Abschluss werden die Schnurenden dann verknotet.
Ist diese Schnürung einmal eingezogen, muss sie in der Regel so schnell nicht wieder geöffnet werden. Der Knoten darf also entsprechend fest sein, damit er sich nicht von selbst löst. Beachten Sie jedoch, dass die Schnürung für die Reinigung entfernbar bleiben muss.

Selbst schnüren

Geschnürt zu werden ist ein besonderes Erlebnis, doch ab und zu kommt frau auch in die Verlegenheit, selbst schnüren zu müssen. In diesem Fall sollten Sie das Korsett so weit aufschnüren, dass Sie den Hakenverschluss ohne Probleme schließen können. Gewaltanwendung bei unzureichend aufgeschnürten Korsetts kann Schäden am Hakenverschluss selbst oder am Stoff in diesem Bereich nach sich ziehen.
Rücken Sie das Korsett dann so zurecht, dass es gerade und bequem sitzt. Kreuzen Sie nun die Zugschnüre und legen Sie die Schlaufen zwischen Daumen und Zeigefinger. So können Sie optimal ziehen. Spannen Sie nun die Schnürung durch leichten Zug.
Da sich die Schnüre vor allem in der Mitte bewegen, muss die Schnürung von oben und unten zur Mitte hin nachkorrigiert werden. Dann wieder mit den Schlaufen ziehen. Setzen Sie das Prozedere so lange fort, bis die gewünschte Enge erreicht worden ist.
Sehr lange Korsetts sind allein eher schwierig zu schnüren. Je länger ein Korsett ist, umso schwieriger wird die Prozedur. Die beschriebene Methode eignet sich vornehmlich für Korsetts bis zur Länge eines Unterbrustkorsetts. Bei längeren Korsetts (z.B. Vollbrustkorsett, Viktorianisches Korsett) sollten Sie sich besser helfen lassen.

Hier eine kleine Korsett Schnüranleitung als Video:

Schnüren lassen

Korsett schnueren lassenFür echte Fans und Korsettfetischisten geht nichts über das Ritual, eingeschnürt zu werden. Hier gilt eine Reihe von Regeln, die für Laien weniger wichtig sind, da diese das Korsett eher als elegantes Oberteil denn zur massiven Formung tragen.

Tragen Sie das Korsett nie direkt auf der Haut. Als Unterlage eignen sich leicht Baumwollunterhemden oder spezielle, sehr dünne Untermieder. Das bietet der Trägerin gleich mehrere Vorteile. Zum einen gleiten die Schnüre auf dem Stoff leichter als auf der nackten Haut, zugleich wird diese geschont. Auch nicht unwichtig: Das Korsett wird sauber gehalten und muss seltener der heiklen Reinigung unterzogen werden. Zudem können durch die Schnürung entstehende Hautfalten glatt gezogen werden.

Vor dem Schnüren sollte sich die Trägerin gründlich auf das Tragen des Korsetts vorbereiten. Behandeln Sie vor dem Schnüren alle vom Korsett bedeckten Hautpartien sehr großzügig mit Babypuder. So schützen Sie die strapazierte Haut. Um trockener Haut vorzubeugen, können Sie sich auch etwas 30min vor dem Pudern eincremen.

Wie beim Einschnüren allein ziehen Sie nun die Schnürung soweit auf, dass Sie das  Korsett problemlos anlegen und vorne zuhaken können und es locker sitzt. Verschieben und ziehen Sie es jetzt so lange, bis die für Sie angenehmste Position erreicht ist.
Knien Sie sich dann am besten vor einem Bett und legen Sie den Oberkörper entspannt auf das Bett. Die Arme strecken Sie im Idealfall weit nach vorne, wodurch Ihr Brustkorb gehoben wird.
In dieser Position beginnt das eigentliche Schnüren, das am besten Ihr Partner oder eine andere Person übernimmt. Für manche Paare hat schon das im Folgenden beschriebene Ritual der Schnürung durchaus einen gewissen erotischen Reiz.
Beim ersten Durchgang ist es wichtig, dass noch völlig ohne Kraft geschnürt wird. Die Schnüre werden lediglich leicht angespannt und dann von oben und unten zur Mitte hin gestrafft. Die Taille behält noch ihren natürlichen Umfang. Wenn die Schnüre anliegen, können Sie den Sitz des Oberteils noch einmal korrigieren.
Es folgen mehrere Durchgänge nach dem beschriebenen Muster, wobei die Taille nun Schritt für Schritt um jeweils ca. 1cm reduziert wird. Führen Sie nach jedem Durchgang auch die oben erwähnte Anpassungsprozedur durch. Diese kann auch ein mäßiges Seit- und Vorbeugen beinhalten. Abschließend können Sie den Taillenbereich durch ein kurzes Anziehen beider Schnurpaare etwas stärker schnüren. Das gleicht das Nachgleiten der Schnüre beim oder nach dem Zuknoten aus. Verknoten Sie danach die Schnurenden.

Eine kurze Pause sollten Sie einlegen, wenn Sie ein leichtes Unwohlgefühl verspüren. Nach einer gewissen Reduktion des Umfanges (z.B. 5cm) sollten Sie eine längere Pause machen. Bewegen Sie sich in dieser Pause und gehen Sie nach Möglichkeit ihrer normalen täglichen Beschäftigung nach. Die Länge der Pause orientiert sich grundsätzlich am Nachlassen des Beengtheitsgefühls. Die Pausen können also sehr unterschiedlich sein. Manchen Frauen reichen schon fünf Minuten, andere brauchen eine halbe Stunde und mehr.

Nehmen Sie nach der Pause die Schnürposition wieder ein und setzen Sie die Einschnürung nach dem obigen Schema fort.
Verknoten Sie die Schnüre abschließend so, dass sie sich nicht lösen können. Möglichkeiten für einen Abschluss wäre je nach Schnurrest eine Doppelschleife. Sie können aber auch die Enden um die Taille binden oder von hinten nach vorne führen und unter den oberen Rand des Vorderverschlusses stecken.

Sitzt das Korsett wie gewünscht, können Sie daran gehen, die unter dem Korsett entstandenen Falten der Haut und des Hemdes zu beseitigen. Fassen Sie das Hemd mit beiden Händen und straffen Sie es in alle Richtungen mit kleinen Zugbewegungen. Diese Art der Straffung beseitigt die Falten im Hemd, die dabei entstehenden Bewegungen beseitigen die Falten in der Haut, wenn sie an mehreren Stellen rund um das Korsett durchgeführt wird. Besonderes Augenmerk sollten Sie hier auf den Bereich unter der Schnürung und den seitlichen Taillenbereich legen.

Wenn sie das Korsett auf diese Weise anlegen und schnüren, erhalten Sie eine sehr gute Basis für einen lang andauernden Tragekomfort. Bei langen Tragezeiten sollte die Straffung jedoch öfter wiederholt werden, mindestens jedoch einmal am Tag.
Dauerhaft tragen heißt aber nicht, dass Sie das Korsett längere Zeit Tag und Nacht durchgehend tragen. Es ist in jedem Fall ratsam, das Korsett einmal am Tag abzulegen und die Haut zu pflegen und erneut einzucremen und zu pudern. So beugen Sie Hautschäden vor und können das Tragegefühl auch dauerhaft genießen.

Zusammen ein Korsett zu schnüren kann einfacher sein und Spass machen:


Korsettraining

Wer ein Korsett tragen und mehr als nur ein wenig Halt und minimale Formung wie bei der Corsage haben möchte, sollte seinen Körper langsam an die gewünschte Schnürweite des Korsetts gewöhnen. Damit wird auch sichergestellt, dass Bequemlichkeit und Komfort beim Tragen nicht verloren gehen.
Es gibt zwei unterschiedliche Wege, die Taille nach und nach zu reduzieren. In der langsamen Variante reduziert die Trägerin den Umfang um maximal 2,5 cm im halben Jahr. Der minimal mögliche Taillenumfang kann nach drei verschiedenen Methoden berechnet werden, die auf sich stark schnürende Damen des vorletzten Jahrhunderts zurückgehen.
Nach der ersten Methode beträgt der Zielumfang der Taille etwa 25 cm weniger als der Ausgangsumfang. Bei einer natürlichen Taille von 65 cm wären das dann 40 cm. Ein Nachteil dieser Berechnung ist, dass sie eine Verringerung der Taille unabhängig vom Ausgangsmaß angibt. 25 cm sind für eine zierliche Frau mit 60 cm Taillenumfang enorm viel, während sie bei einer Rubensfrau mit 90 cm Taille deutlich weniger ins Gewicht fällt.
Die zweite Methode empfiehlt daher eine moderate Einschnürung, bei der der Taillenumfang fünf Achtel des Brustumfanges der Trägerin betragen sollte. Der minimale Umfang sollte nicht weniger als die Hälfte des gemessenen Brustumfanges sein. Bei einer Frau mit 85 cm Brustumfang würde der moderate Umfang daher 53 cm, der minimale 43cm betragen. Diese Weise der Berechnung hat den Vorteil, dass sie eine ausgeglichene Figur erzeugt, da sie relativ arbeitet.
Die dritte Berechnungsmethode  berücksichtigt die Körperproportionen, indem sie empfiehlt, den Taillenumfang am Umfang des Oberschenkels zu orientieren. Die Taille sollte nur minimal schmaler sein als dieser.

Wesentlich einfach ist eine Trainingsmethode, die sich am Tragegefühl der Frau orientiert. Danach sollte das erste Korsett nur etwa 5cm schmaler als die natürliche Taillenweite sein. Hat sich die Trägerin nach einigen Wochen daran gewöhnt, kann sie zu einem Korsett übergehen, das etwa 10cm schmaler als die natürliche Taille ist. Nach diesem Muster kann die Trägerin so lange verfahren, wie ihr das Tragen angenehm und komfortabel erscheint. Mehr als 20 bis 25%  der Ausgangsweite sollte nicht weggeschnürt werden, wenn der Komfort erhalten bleiben soll.
Zu beachten ist bei dieser Variante des Korsetttrainings, dass die Gewöhnung in den einzelnen Schritten unterschiedlich lange dauert. Sie hängt vom Körperbau und der Empfindsamkeit der Trägerin ab. Letztendlich gewöhnen sich aber fast alle Frauen an das Tragen eines Korsetts.
Während der Gewöhnungsphase sollte sich die Trägerin beim Schnüren etwas beengt fühlen. Es sollte aber immer im Rahmen des gut Erträglichen bleiben. Auch die Tragezeiten sollten langsam nach und nach verlängert werden. Beherzigt die Frau diese Ratschläge wird sie das Korsett nach einiger Zeit nicht mehr als einengend empfinden und das Tragen als angenehm.

Die Korsett Pflege

Reinigung vermeiden

Die Korsett ( Corsage ) Pflege ist immer auch eine Gratwanderung. Auf der einen Seite schadet jedweder Reinigungsversuch dem edlen Kleidungsstück, auf der anderen Seite machen Körperfette und Schweiß sowie Flecken eine Reinigung irgendwann unabdingbar notwendig, da erstere das Material verändern können und sich das Korsett eventuell dehnt. Es gilt also: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.
Um das Korsett nicht allzu oft reinigen zu müssen, gibt es einige Tricks. Zum einen können sie die Verunreinigung durch Körperausdünstungen vermeiden oder zumindest verringern, indem Sie unter dem Korsett etwas drunter tragen, etwa einen Body oder ein speziell für diese Zweck gedachtes „Unterkorsett“.
Auch gründliches Auslüften hilft dem Korsett, da die aufgenommene Feuchtigkeit so gut verdunsten kann. Aufhängen sollte man das Korsett dabei nie in der prallen Sonne, da sonst die Farben schnell ausbleichen können.
Wichtig: Je teurer ein Korsett ist, umso sensibler ist es meist. Hier liegt ein Vorteil der günstigen Modelle, da sie in der Regel weniger empfindlich sind. Für sie gelten die nachstehenden Hinweise zur Handwäsche. Hochpreisige Korsetts und solche aus Leder gehören grundsätzlich besser in die Reinigung.

Wenn das Korsett doch gereinigt werden muss

Zado KorsettStecken Sie Ihr Korsett niemals in die Waschmaschine! Das wäre das sichere Ende Ihres guten Stückes!
Beachtet man einige Grundvoraussetzungen, gibt es zwei Methoden, Ihr Schmuckstück zu reinigen: Die (chemische) Reinigung und die Handwäsche.
Korsetts aus Leder, Lackleder, Lackstoff, Satin und Lurex-Brokat gehören nach Möglichkeit immer in die chemische Reinigung. Gewebe aus Natur- und Chemiefasern können zur Not auch mit der Hand gewaschen werden.

Geben Sie Ihr Korsett in die chemische Reinigung, sollten Sie darauf achten, dass es dort von Hand gereinigt wird. Wählen Sie dafür eine Reinigung, die bereits Erfahrung im Umgang mit sehr sensiblen Kleidungsstücken hat. Bevor Sie das Korsett zum Reinigen geben, sollten Sie alle abnehmbaren Teile wie Schnürung oder Strumpfhalter entfernen, da sie unter der chemischen Reinigung leiden könnten.

Auch die Handwäsche ist nicht ganz einfach. Verwenden Sie ausschließlich eine sehr milde Seife oder ein mildes Waschmittel (z.B. Spezialwaschmittel für Dessous). Bei einem weißen Korsett können Sie auch Gallseife verwenden. Ganz wichtig: Alle Reinigungsmittel müssen unbedingt chlorfrei sein!
Auch hier müssen Strumpfhalter, Schnürung und ähnliches entfernt werden, wenn sie eine andere Farbe haben oder aus einem anderen Material bestehen. So vermeiden Sie beispielsweise, dass das Korsett beim Waschen auf diese Teile abfärbt oder umgekehrt, diese Teile auf das Korsett.
Tauchen Sie das Korsett als erstes in ein kaltes Wasserbad, bis es vollständig durchnässt ist. Entfernen Sie dann eventuelle Flecken mit etwas Waschmittel und einem Lappen, einem weichen Schwamm oder einer sehr weichen Bürste.
Tauchen Sie das Korsett nach der Reinigung in ein mit einem Schuss Essig versetztes Wasserbad. Der Essig neutralisiert durch seine Säure die eher basischen Waschmittel und Seifen. Dann lassen Sie das Korsett abtropfen und rollen jede Hälfte in ein Handtuch. Auf keinen Fall dürfen Sie das Korsett auswringen!
Lassen Sie das Korsett so etwa 3 Stunden antrocknen und rollen Sie es dann aus. Jetzt können Sie es in alle Richtungen glatt streichen, speziell die Taschen der Korsettstangen. Auf keinen Fall das Korsett bügeln!  Nach dem Glätten kommt das Korsett auf einem Bügel an einen luftigen und schattigen Ort. Verwenden Sie bitte keine Metallbügel. Sie könnten während der Trocknung Rostflecken hinterlassen. Das Korsett gehört weder auf die Heizung oder den Ofen noch raus in die Sonne – und schon gar nicht in den Trockner!

Wichtiges zur Pflege eines Korsetts zum Schluss

Widerstehen Sie der Versuchung, einzelne Flecken zu entfernen, ohne das ganze Korsett zu durchnässen. Das kann Reinigungsflecken erzeugen, die nicht mehr zu entfernen sind.
Verzichten Sie auf die Verwendung von Waschbenzin oder ähnlich scharfen Waschsubstanzen.

Eine Bemerkung zum Ende: Diese Reinigungsanleitung ist ein Vorschlag, Ihr Korsett optimal zu pflegen. Weicht sie aber von der Pflegeempfehlung des Herstellers ab, so orientieren Sie sich bitte immer an der Anleitung des Korsettherstellers. Er kennt das Korsett und die Bedürfnisse der Materialien und weiß um die richtige Pflege des teuren Stücks somit am besten.

 

Die Gesundheit und das Korsett

Allgemeines

Über die gesundheitliche Seite des Korsettragens wird häufig und heftig diskutiert.
Trägt ein gesunder Mensch ab und zu ein hochwertiges, gut sitzendes und nicht allzu enges Korsett, so ist dies vom gesundheitlichen Aspekt her in der Regel unbedenklich.
Was eine wenig enge Schnürung ist, kann für den einzelnen Träger sehr unterschiedlich sein. Daher lässt sie sich nicht in Maße fassen. Wenn Sie sichergehen möchten, achten Sie darauf, dass das Korsett sich nach etwa einer Stunde nicht mehr beengend anfühlt und dies auch für die nächsten Stunden so bleibt.
Passform und Qualität der Verarbeitung sind dabei wesentlich, da schlecht sitzende Korsetts schnell bestimmte Körperpartien quetschen, scheuern oder Druckstellen hinterlassen können. Auch geht von schlecht verarbeiteten Korsetts oder minderwertigen Metallteilen im Korsett
Gefahr durch Bruchstellen oder Durchspießen durch den ummantelnden Stoff aus.
Achten Sie daher beim Kauf Ihres Korsetts auf die Verarbeitung!
Achtung: Manche Menschen vertragen einige Korsetttypen einfach nicht. Haben Sie Probleme mit einem Typ und möchten auf das Tragen eines Korsetts nicht verzichten, probieren Sie einen anderen aus.

Das eng geschnürte Korsett

Sehr eng geschnürrtes KorsettOft wird angenommen, dass sich Organe bei enger Schnürung massiv zum Beispiel in den Bauchraum verschieben. Da die betreffenden Organe wie Magen oder Darm aber Hohlorgane sind, richtet sich der Grad der Verdrängung auch nach ihrem Füllzustand. Die Annahme ist also nur teilweise richtig. Hat der Körper also Zeit, sich an das Korsett anzupassen, treten in der Regel keine gesundheitlichen Probleme auf.
Anders ist das, wenn innerhalb kurzer Zeit eine sehr schmale Taille erzielt werden soll. Treten folgende Symptome auf, ist die persönliche Grenze überschritten:

  • Druckschmerzen
  • leichte Übelkeit oder Benommenheit
  • Hitzewallungen
  • Kopfschmerz
  • schneller Herzschlag
  • Atemnot

Tritt eines dieser Symptome oder gar mehrere auf, sollte die Trägerin das Korsett sofort öffnen!
Auch sollten allzu üppige Mahlzeiten sowie der Konsum bestimmter aufgehender Gerichte (z.B. Reis, Getreideflocken, kohlensäurehaltige Getränke, blähende Lebensmittel) vermieden werden.

Das häufig getragene Korsett

Auch bei häufigem oder gar täglichem Tragen sind wiederum moderat geschnürte Korsetts gesundheitlich unbedenklich, wenn man einige Regeln beachtet.
Da das Korsett den Körper fest umschließt und einige Bewegungen einschränkt, ist ausgleichender Sport bei regelmäßigem und häufigem Tragen besonders wichtig.
Da das Korsett die Bauch- und Rückenmuskulatur erheblich entlastet und diese so schwächt, sollte daher regelmäßiges, kräftigendes Training für diese Muskelgruppen stattfinden. Auch Lockerungsübungen und moderates Krafttraining für den gesamten Oberkörper sind durchaus sinnvoll.

Kontraindikationen

Einige Krankheiten machen das Tragen von Korsetts wenig ratsam oder verhindern es ganz. Dazu gehören:

  • bestehenden Herz- oder Kreislaufbeschwerden
  • Krankheiten von Lunge und Atemwegen
  • Gefäßerkrankungen (insbesondere Venenproblemen)
  • einigen Krankheiten der Verdauungsorgane

Bei anhaltenden Hautirritationen bei oder nach dem Tragen sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen.

Tightlacing

Unter Tightlacing versteht man das (fast) ständige Tragen sehr enggeschnürter Korsetts über längere Zeitspannen mit dem Ziel, die Körperform dauerhaft zu verändern. Somit sind Tightlacer quasi die Leistungssportler unter den Korsetträgern.
Wer sich dieser Form des Korsettragens verschreibt, muss noch mehr als ein Gelegenheitsträger auf die Signale seines Körpers achten. Auch der regelmäßige Gang zum Arzt ist für diesen Personenkreis sinnvoll, da extremes Schnüren über einen längeren Zeitraum für den Körper eine außergewöhnliche und dauerhafte Belastung darstellt.

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